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Nachhaltiges Recruitment

Fachkräftemangel in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

Im Herbst des vergangenen Jahres sah Arbeitsminister Olaf Scholz schlaflose Nächte auf sich zu kommen. So sprach er - damals noch vor der Eskalation der weltweiten Finanzkrise - von dem Horrorszenario, in einiger Zeit sowohl ansteigende Arbeitslosenzahlen als auch den nach wie vor drängenden Fachkräftemangel beklagen zu müssen. Die Realität scheint Herrn Scholz einzuholen.

Seit Dezember 2008 steigen die Arbeitslosenzahlen in Deutschland wieder. Mehr noch: Die Nürnberger Arbeitsmarktexperten gehen von einer weiter steigenden Quote aus. Im Jahresschnitt werden mehr als 3,5 Millionen Arbeitslose für dieses Jahr erwartet. Gleichzeitig werden zahlreiche Branchenverbände nicht müde, den Mangel an Fach- und Führungskräften im Land anzumahnen. Letztes Beispiel: Gemäß einer Studie des VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) glauben mehr als 50 Prozent der Mitgliederunternehmen ihren Bedarf an Elektroingenieuren in 2009 bei Weitem nicht decken zu können. Verstärkt wird diese Einschätzung durch die Tatsache, dass zahlreiche Ingenieure das Rentenalter erreichen und im Gegenzug zu wenige Absolventen von den Universitäten nachkommen. Hier handelt es sich um demographische Prognosen, die branchenübergreifend gelten. Denn: Im Jahr 2013 werden in Deutschland rund 330.000 Akademiker fehlen - davon alleine 70.000 Naturwissenschaftler und 85.000 Ingenieure. Darüber hinaus müssen sich Vertreter der deutschen Wirtschaft darüber im Klaren sein, dass sich die demographische Entwicklung in Deutschland langfristig noch einmal zuspitzen wird. Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2050 rund 25 Prozent weniger Menschen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Wie sollte in einer solchen Situation die Rekrutierungsstrategie von Unternehmen aussehen? Vor allem, wenn in der wirtschaftlichen Rezension die Budgets auch in den HR-Abteilungen zusammen gestrichen werden, da Kosten gespart werden müssen. Die Antwort heißt: Nachhaltigkeit. Und zwar in vielerlei Hinsicht. Zunächst hinsichtlich der Zielgruppe. Die wesentliche Frage: Wo finde ich meine Zielgruppe - ob nun Ingenieure oder Vertriebsexperten - möglichst ohne Reibungsverluste? Hier haben Online-Jobbörsen mit mehreren Millionen Besuchen monatlich, die nahezu alle von suchenden Kandidaten kommen, die Nase gegenüber Printmedien oft deutlich vorne. Ähnlich sieht es in Sachen Preis und Verfügbarkeit der Anzeige aus - gerade für Mittelständler oft die ausschlaggebende Entscheidungsgrundlage.

Grundsätzlich steht Nachhaltigkeit oder Sustainability für eine wirtschaftliche Vorgehensweise, welche die Handlungsfähigkeit von Unternehmen auch mittel- und langfristig sichert. In den Recruiting-Kontext übertragen, würde das bedeuten: Talente so zu rekrutieren, dass der Unternehmenserfolg auch mittel- und langfristig gesichert ist. Das wiederum ist in der jetzigen wirtschaftlichen Abschwungphase vor allem durch Kosteneffizienz, Ergebnisorientierung und vorausschauende Vorgehensweise zu erreichen. Auch diese Einschätzung wird durch die StepStone-Recruitment-Trends 2009, einer regelmäßigen Befragung von mehr als 1.000 Unternehmen in Deutschland, bestätigt. So sagen 57 Prozent der HR-Verantwortlichen in deutschen Unternehmen, dass "Mehr Effizienz bei weniger Kosten" derzeit die wichtigste Anforderung an die Rekrutierungsstrategie ist - nicht zuletzt deswegen, da derzeit die HR-Budgets in vielen Unternehmen gekürzt werden. Weitere 77 Prozent glauben darüber hinaus, dass sie die Rekrutierung über Online-Jobbörsen in der Krise als die nachhaltigste Methode einschätzen. Im Vergleich: Nur 24 Prozent glauben, dass Printmedien besonders nachhaltig sind. Fazit: Am Internet führt derzeit kein Weg vorbei.

Unabhängig von den Alpträumen des Bundesarbeitsministers, sind derzeit Fachkräftemangel und nachhaltige Rekrutierungsstrategien in einem Atemzug zu nennen. Online-Jobbörsen sind hier sicher ein überaus nachhaltiger Partner. Als solche eröffnen sie Unternehmen in einer wirtschaftlichen Krise die Chance, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, die sie in Boom-Zeiten vergleichsweise schwer von einem Engagement überzeugt hätten. Und das kostenorientiert und effizient - eben nachhaltig.